Burma - Vorfreude auf das Wiedersehen!

Reiseerfahrung in Burma vor den Wahlen im November 2011

Während einer 8-tägigen Info-Reise im September 2010 hatte ich die Möglichkeit, einen Einblick in die Geschichte, Traditionen und Gastfreundlichkeit der Burmesen zu bekommen.

 

Bis 2011 wurde das Land von einer Militärdiktatur regiert. Reisen nach Burma waren zu dieser Zeit alles andere als angesagt, nur wenige verirrten sich dorthin. Jedenfalls waren meine Buchungszahlen für Burma nicht so hoch. Viele Reisende waren der Meinung, dass man mit einer Reise dorthin die Machenschaften des Militäregimes unterstützen würde. Was auf der einen Seite stimmt, aber es ist doch eher so, dass immer die Bevölkerung, die vom Tourismus profitiert, viel mehr unter dem Wegbleiben der Touristen  leidet. Viele Kunden fanden es nicht opportun nach Burma zu reisen. Aus diesem Grund haben viele Einheimische in abgelegenen Dörfern seit Jahren keine westlichen Besucher mehr gesehen, oder überhaupt das erste Mal zu Gesicht bekommen. Die überaus ehrliche Freundlichkeit und Neugierde der Burmesen zu dieser Zeit, ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Ich fühlte mich Willkommen. 

Unsere kleine Reisegruppe von ca. 10 Touristikern, begann die Tour durch das goldene Land Asiens in Bagan. Hier liegt die berühmte Tempelebene von Bagan mit ca. 2000 noch gut erhaltenen Tempeln und Pagoden. Damals war es noch erlaubt auf die meisten Tempel hoch zu klettern, um die sagenhafte Aussicht zu bewundern. Mittlerweile darf man nur noch ausgewählte Tempel besteigen, daher verkommen Besichtigungen der Ebene zum Sonnenauf- und untergang zu Massenveranstaltungen. Wie gut erhalten die Tempel nach dem Erdbeben vom 24.08.16 noch sind, werde ich mich dann vor Ort überzeugen.

Als erstes machten wir eine Kaffepause in einem einfachen Straßenkaffee und erkundeten dann den kleinen Markt in Old Bagan. Dieser Markt war so faszinierend und authentisch. So etwas hatte ich vorher noch nie gesehen. Die Marktfrauen saßen zwischen ihren farbenfrohen Waren und handelten untereinander mit leuchtend lila farbigen Auberginen, quietsch roten Tomaten und sonnengelben Bananen. Eine Marktfrau trug die Bananen sogar auf dem Kopf und handelte fröhlich weiter. Mittendrin entdeckte ich eine junge Frau mit ihrem kleinen Sohn, die sich gegenseitig neckten. Ein anderer kleiner Junge spielte neben seiner Mutter oder Oma? ganz konzentriert mit der Waage. Es war ein tolles Schauspiel dieses Treiben zu beobachten, denn die Menschen störten sich an uns Touristen überhaupt nicht und erlaubten uns somit einen sehr authentischen Einblick in ihr alltägliches Leben. Auch fotografieren war kein Problem. Ich fragte natürlich mit einem Kopfnicken auf die Kamera, ob es OK ist sie zu fotografieren und ich habe immer ein freundliches Lächeln zurück bekommen. Ein Traum für Fotografen.

Am nächsten Tag schifften wir auf der Paukan ein, einem alten kolonialen Flusskreuzfahrt-schiff, mit dem wir auf dem Irrawaddy Fluss bis nach Mandalay fuhren. Die nächsten 2 Tage hieß es entspannen und das Geschehen am Flussufer beobachten.

Ein bißchen Luxus muss auch mal sein. Eine tolle Info-Reise ☺

 

Denn normalerweise ist das echt harte Arbeit. Sonst stehen bis zu 5-7 Hotelbesichtigungen auf dem Programm, mit viel Smalltalk und dem Vortäuschen von echtem Interesse an dem fünften 4 Sterne Hotel, was natürlich das Beste in der Gegend ist.

Während der Kreuzfahrt legte das Schiff oft an kleinen Ortschaften an, damit wir über den Markt und durch die Straßen schlendern konnten, aber der Besuch eines bestimmten Dorfes hat mich echt berührt. Die Pandaw legte am sandigen Ufer an, es gab noch nicht mal einen richtigen Pier, über eine Holz Planke gelangten wir ans Ufer und plötzlich standen Kinder, Frauen und Männer vor uns und beäugten uns neugierig. Mit dem Schiffs Guide spazierten wir also durch die kleinen Straßen und eine Scharr von Menschen folgte uns, sie kicherten und zeigten auf uns. Wie wir später erfuhren, haben die Bewohner des Dorfes vor 2 Jahren das letzte Mal westliche Besucher gesehen, daher waren besonders die Kinder ganz aufgeregt. Jeder von uns wurde von einer Traube von ungefähr 5 Kindern umringt, sie klebten förmlich an uns. Sie hielten meine Hand und wollten ständig fotografiert werden, um dann die Bilder von sich anschauen zu können. Ich versuchte irgendwie mit ihnen zu kommunizieren und deute auf Gegenstände, so dass sie mir ein klein wenig burmesisch beibringen konnten und ich ihnen das englische Wort näher brachte. Nach unserem Rundgang hatten sich bestimmt an die 100 Menschen am Ufer versammelt, nach einem kurzen Abschied von unseren neugewonnenen kleinen Freunden gingen wir zurück an Bord und legten ab. Eine Ewigkeit standen die Menschen am Ufer und winkten uns fröhlich zum Abschied zu. Die Menschentraube wurde immer kleiner, aber sie standen immer noch und guckten dem, sich entfernenden Schiff zu. Diese Freundlichkeit und Offenheit der Einheimischen hat mich in diesem Moment so berührt, dass ich eine kleine Träne verdrücken musste. Das Land hatte mich nachhaltig tief beeindruckt.

Angekommen in Mandalay ging es dann natürlich zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten, wie dem Shwenandaw Kloster, die Mahamuni Statue, die Blattgoldschmieden und die Kuthodaw Pagode, die als das „Größte Buch der Welt“ bezeichnet wird.

 

 

So richtig spannend wurde es wieder zum Sonnenuntergang an der U-Bein Brücke in Amarapura. Viele machen diese berühmten Bilder der Teakholz Stelzen im Licht der untergehenden Sonne. Es lohnt sich aber mal abseits der Touri-Fotografen-Pfade zu gehen. So habe ich ein fantastisches Bild von einem im Wasser liegenden Tempel machen können. Im Hintergrund die dramatischen Wolken, das goldene Licht, was sich durch die Wolken bricht und die im Wasser stehenden Fischer, hat doch irgendwie was magisches, oder?

Mit unserem Rückflug nach Yangon war die Reise nun auch bald zu Ende. Aber das Highlight, die Shwedagon Pagode wartete ja noch auf uns. Hier ist wirklich alles Gold was glänzt. Der riesige Stupa ist über und über mit Blattgold verziert und besonders zum Sonnenauf- und untergang ein visuelles Spektakel, wenn das sanfte Licht der Sonne die Goldtöne in die verschiedensten Facetten hüllt. Aber auch tagsüber, wenn die Sonne hellt scheint und der goldene Stupa vor dem azurblauen Himmel thront, ist dies ein grandioser Anblick. Wir schlenderten einmal rund um das Zentrum der Pagode und setzten uns dann einfach an den Rand und schauten dem regen Treiben auf dem Gelände dieser heiligen Stätte zu.

 

Damals war das Stadtbild noch etwas entspannter und nicht so chaotisch. Hupen war damals noch verboten. Wie ich in manchen Reise Vlogs gesehen habe, herrscht nun ein regelmäßiges Verkehrschaos auf den Straßen und das Hupverbot muss wohl auch wieder aufgehoben worden sein. Schade…

Anschließend besuchten wir noch schnell den Kandagywki See, machten noch ein paar Hotelbesichtigungen, kauften Souvenirs auf dem Bogyoke Markt und dann ging es schon zurück nach Hause.

Es war eine tolle, erlebnisreiche Reise mit einzigartigen Begegnungen, umso spannender ist nun meine Rückkehr nach 6 Jahren. Es wird sich vieles verändert haben, aber ich hoffe, dass die Gastfreundschaft die gleiche geblieben ist.

 

Visa sind beantragt und genehmigt, kann also los gehen!