Roadtrip Nullarbor Plain bis Flinders Ranges

wie einsam ist die nullarbor plain wirklich?

Die Strecke über die Nullarbor Plain von West Australien nach Süd Australien ist 1200 km lang, beginnt in Norseman, endet in Ceduna und führt mitten durch eine Karstwüste. Also quasi durchs nirgendwo. Es gibt keine Ortschaften, Supermärkte oder sonst irgendetwas aus der zivilisierten Welt. Ausschließlich Tankstellen mit angeschlossenem Motel sorgen für eine Abwechselung. 

Ich hatte echt Schiss diese Strecke zu fahren, denn wer sollte uns helfen, wenn wir mit dem Auto liegen bleiben?… 

Mit kurzen Stopps ist diese Route in 2 Tagen zu schaffen. Aber es gibt doch einiges zu sehen. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind aber eher mit dem 4WD zu erreichen. 

Und ehrlich…die Nullarbor Plain ist alles andere als einsam. Diese Strecke ist so viel befahren, dass es schon fast an Rushhour grenzt. Aber wirklich nur fast. 😉

Video: Weltreise Vlog #15: RoADTRIP Nullarbor plain bis flinders ranges

Zweiter Benzinkanister - Ja oder Nein?

Die teuren Preise beginnen bereits in Norseman, daher sollte der Großeinkauf bereits in Esperance erledigt werden. Norseman ist ein winziger Ort mit einer Ladenstraße, wo es einen IGA gibt. Den letzten Woolworth oder Coles gibt es in Esperance. 

Tanken nicht vergessen! Apropos Tanken! Lohnt ein extra Benzinkanister?

Es gibt ca. alle 200 km ein Roadhouse mit Tankstelle. 

Mein Tipp: Einfach immer volltanken!

Klar ist das Benzin auf dieser Strecke teurer. Das teuerste Benzin mit AUD 1,80 pro Liter gab es im Caiguna Roadhouse, ansonsten schwankt der Preis zwischen AUD 1,69 und AUD 1,80 pro Liter.

Der normale Benzinpreis liegt zwischen AUD 1,20 und AUD 1,30. Die Anschaffung eines Benzinkanisters lohnt meiner Meinung nach nicht, um die höheren Kosten auf der Strecke zu umgehen, denn die Benzinkanister kosten bereits ab AUD 20. Außerdem bräuchte man schon 2 zusätzliche Kanister, denn mit einer Tankfüllung von 40 l, kommst Du gerade mal auf ca. 400 km.

camping

Auf der Strecke von Norseman bis Ceduna gibt es einige 24h Rastplätze, auf denen offiziell gecampt werden darf. Aber auch wenn es gerade mal keinen Rastplatz gibt, gibt es an der Straße genügend Parkmöglichkeiten für die Übernachtung. Die Kosten für einen richtigen Campingplatz kannst Du Dir also sparen!

 

Sightseeing entlang der Nullarbor Plain

Es gibt ein Bird Conservation Center, welches aber nur mit dem 4WD erreichbar ist. Außerdem noch ein paar Höhlen, die auch etwas abseits der Hauptstraße, an ungeteerten Straßen liegen. Nach der Überquerung der Grenze nach Süd Australien gibt es ein paar tolle Aussichtspunkte über die Klippen, wo die Große Australische Bucht und die Nullarbor Plain zusammentreffen. Am Aussichtspunkt Head of Bight gibt es eine Aussichtsplattform (Eintritt AUD 7), ideal zum Beobachten von Walen, die hier von Juni bis Oktober vorbei ziehen. Lohnt sich natürlich nur bei Walsaison. Eine tolle kostenlose Aussicht auf die Bunda Cliffs gibt es vor und nach der Head of Bight.

Kurz vor dem Madura Roadhouse gibt es einen tollen Aussichtspunkt über den Madura Pass, hier liegt Dir das Land buchstäblich zu Füßen. Eine unglaubliche Weite…

Grenzübergang: Verbotene Waren

Bei Überquerung der Grenze von West Australien nach Süd Australien und umgekehrt gibt es einige Lebensmittel und Produkte, die nicht mitgenommen werden dürfen:

Kartoffeln (es sei denn sauber und abgepackt)

Honig

Obst&Gemüse

Pflanzen

 

Wenn Du von West Australien nach Süd Australien reist, dann gilt der Checkpunkt Ceduna für Dich, obwohl Du schon seit 500 km auf südaustralischem Boden bist. Warum auch immer.

Wenn Du von Süd Australien nach West Australien fährst, dann gilt der Checkpunkt in Eucla für Dich, was Sinn macht, denn dort ist der Grenzübergang von einem Staat zum anderen. 

Naja, gut für uns, konnten wir länger an unseren Möhrchen knabbern.

Eyre Peninsula: Seafood Mekka

Die Eyre Peninsula ist quasi die Getreidekammer Australiens. Goldgelbe Felder säumen die kilometerlangen Straßen über die Peninsula. Eigentlich wollten wir in die Gawler Range, aber leider führen nur ungeteerte Straßen durch den Nationalpark, die alle ziemlich uneben sein sollen und das wollten wir unserem armen Camper nicht antun.

Also ging es gleich weiter nach Port Lincoln, der Seafood Hauptstadt. Aber eigentlich gibt es an der Küste entlang der Eyre Peninsula überall frisches Seafood. 

In Port Lincoln gibt es nicht viel zu tun, außer Touren wie Schwimmen mit Seelöwen oder Shark Cage Diving, was wir machen wollten, aber leider ausgebucht war. 

Also haben wir einen Tag am Strand in der Fishery Bay entspannt, wo es ein kostenloses Bushcamp gibt, direkt am Meer mit grandioser Aussicht. 

Ein weiteres tolles, aber gebührenpflichtiges Bushcamp gibt es in der Lipson Cove. 

Flinders Range Nationalpark

Dezember ist die absolute Lowseason, weil das Thermometer bis über 40°C steigt. Im Visitor Center wurden wir daher etwas besorgt beäugt und auf folgendes aufmerksam gemacht:

A) Giftige Schlangen

B) Viel Wasser mitnehmen, am besten 20l Trinkwasser. What?! So viel Stauraum haben wir gar nicht.

C) Es ist niemand in der Nähe, der helfen könnte.

 

Nicht gerade motivierend. Wollten wir da wirklich hin???? Ja, wir wollten! Es war heiß, es gab allerhand Fliegen, aber es war wunderschön.

Zum Sonnenuntergang waren wir an dem Aussichtspunkt Surveyors Lookout, wo wir auch gleich übernachtet haben, was eigentlich nicht erlaubt war. Aber hej, wie war das noch? Es ist niemand in der Nähe? 😉

 

Es gibt aber auch ein paar kostenlose Campingplätze:

Hookina free camping

Parachilna George free camping

 

Auch hier gibt es wieder viele ungeteerte Straßen, die aber in recht gutem Zustand sind. Besonders schön ist die Route Moralani Scenic Drive am frühen Morgen oder späten Nachmittag. Unser kurzer Abstecher zu einer Aboriginie Zeichnung war enttäuschend, weil ein Zaun darum gebaut wurde, damit die Touristen die Zeichnungen nicht berühren. Sinnvoll, zerstört aber die Atmosphäre.

Das Highlight im Nationalpark ist wohl der Wilpena Pound. Hier gibt es mehrere Wanderwege durch den Pound. Ein kurzer, sehr schöner Trek mit Aussicht in den Pound ist der Wangara Lookout Hike. In Wilpena Pound gibt es ein Visitor Center, wo Du nochmal den geeignetsten Trek für Dich prüfen kannst. 

Wir hatten eigentlich zwei Tage für den Nationalpark geplant, aber es war zu heiß. Also sind wir schnell and die Küste Richtung Adelaide geflüchtet.

 

Für die Flinders Range gibt es wieder eine Nationalparkgebühr AUD 12 pro Fahrzeug, diese wird aber eigentlich erst ab Wilpena Pound fällig.

Mein Tipp: Den Moralana Scenic Drive könntest Du also auch ohne bezahlen der Gebühr fahren.

good to know

Camping:

Nullarbor Plain: 24h Rastplätze

Port Lincoln: Fishery Bay free camping

Lipson Cove: Bushcamp AUD 10

Flinders Ranges: Hookina free camping & Parachilna George free camping

Hast Du noch weitere Tipps zum Süden Australiens? Lass es uns wissen und hinterlasse einen Kommentar. Wir freuen uns darauf!