Altiplano und Salar de Uyuni

4x4 Jeep Abenteuer durch das Altiplano Boliviens

Riesige schneeweiße Wolken ziehen am azurblauen Himmel vorbei, links von mir schneebedeckte Vulkangipfel, rechts von mir die Wüstenformation Salvador de Dalí und vor mir nichts als Weite. Straßen Fehlanzeige, jeder Fahrer findet seinen eigenen Weg durch das unwegsame Altiplano Boliviens. Eine Lagune ist schöner als die andere. Obwohl…mein Highlight war die Laguna Blanca. Die Berge spiegeln sich im milchig weißen Wasser. Einfach nur WOW.

Aber wie kommst Du hier überhaupt hin?

Video: Weltreise Vlog #21: 4x4 Abenteuer in bolivien

Infos zur Buchung einer Tour von San Pedro nach Uyuni

Die richtige Agentur finden:

Die Touren von San Pedro nach Uyuni dauern 3 Tage. Es gibt auch 4 Tages-Touren, aber darin ist nur die Rückfahrt nach San Pedro enthalten. Diese Touren sind auch andersherum von Uyuni nach San Pedro buchbar. Der Vorteil dieser Tour: Du erlebst den Geysir Sol de Mañana bei Sonnenaufgang.

Es gibt zahlreiche Touranbieter, die Du besser vorher auf Erfahrung recherchieren solltest. Es gibt viele schlechte Erfahrungsberichte, wie betrunkene Fahrer oder schlechtes Fahrzeug, wobei Pannen immer vorkommen können. 

 

Wir sind mit Prisma Andino gefahren, welche mit die günstigsten waren: 3 Tages-Tour 110.000 CLP pro Person. Die Partneragentur in San Pedro heißt Sol Andino, dies stand auch auf dem Fahrzeug drauf. Die Tour über Sol Andino kostet sogar nur 100.000 CLP. Etwas undurchsichtig auf den ersten Blick. Keine Ahnung mit welchem Unternehmen wir nun tatsächlich unterwegs waren. 

Wir hatten einen super Fahrer, Sandro. Er hat nur Spanisch gesprochen, aber sehr langsam, so dass wir ihn alle gut verstehen konnten.

Etwas Pech hatten wir mit dem Fahrzeug. Wir hatten nämlich gleich zwei Reifenpannen. Aus diesem Grund haben wir auch den Sonnenuntergang auf der Salar de Uyuni verpasst, weil Sandro den Reifen erst wieder richtig flicken musste. Die Reifen sind bei fast allen Fahrzeugen abgefahren und haben nur noch sehr wenig Profil, darum sind Reifenpannen quasi vorprogrammiert. 

 

Dies solltest Du vorab besorgen:

San Pedro ist die letzte Stadt vor Bolivien und bis Uyuni. Daher solltest Du alles, was Du brauchst in San Pedro besorgen:

  • Du brauchst Bolivianos, um die Nationalparkgebühren zu bezahlen. In San Pedro gibt es mehrere Wechselstuben. Unbedingt Wechselkurse vergleichen!
  • Schlafsack: Es gibt Decken in den Unterkünften, aber das Hostel in der Nähe der Laguna Colorada ist sehr einfach und so ist es hygienischer. Wir sind im März gereist, daher war es nachts nicht allzu kalt im Hostel. 
  • Wasser: Du kannst einen 6l Kanister mitnehmen, aber es gibt auch immer mal wieder ein paar Shops, wo Wasser und Snacks gekauft werden können. Auch nicht teuer. Außerdem gibt es bei den Mahlzeiten Getränke wie Wasser und Coca Cola.
  • Klopapier!!!! Bei öffentlichen Toiletten gibt es zwar immer ein bißchen Klopapier, weil man das quasi kauft (Klogebühr zwischen 2 - 3 BOB), aber im Hostel gibt es kein Papier.
  • Warme Klamotten, tagsüber steigt das Thermometer nur bis 15°C und nachts kann es empfindliche kalt werden. 

Die Sache mit der Toilette:

Baño: Schwierig! Aufgrund der Höhe, bis zu 5000 Meter, musst Du viel trinken, um Beschwerden zu vermeiden. Daher solltest Du jede Möglichkeit nutzen auf die Toilette zu gehen. Ansonsten musst Du den nächst größeren Stein finden. Nicht immer so einfach bei der Weite. Leider gibt es einige Stellen, die öfter zum erleichtern genutzt werden, was eine Schande ist, aber irgendwie nicht zu vermeiden. Sogar auf der Salar de Uyuni. Also ich würde mir überlegen, ob ich mein Frühstücksei ins Salz der Salar de Uyuni tunke. 

TAG 1: LAGUNEN UND FLAMINGOS

30 Tage Visum Bolivien

Den Ausreisestempel aus Chile haben wir bereits in San Pedro bekommen. Mit einem Van ging es zur bolivianischen Grenzstation. 

Schlange stehen, für einen neuen Stempel. Visum für 30 Tage. Äh, Moment mal!

Normalerweise bekommt ein Deutscher Staatsbürger ein 90 Tage Visum. Unter unserem Visum ist aber ein Vermerk mit einer 30 Tage Gültigkeit. Anscheinend ist die gesetzliche Regelung so, dass erst einmal alle Touristen ein 30 Tage Visum bekommen, welches 2x kostenlos bei der Migrationsbehörde verlängert werden kann. 

Hier unbedingt die Infos des Auswärtigen Amts beachten!

 

Hinweis: Wir haben keine Einreisekarte oder Zettel bekommen, brauchten wir aber auch nicht, obwohl in Bolivien ein paar mal danach gefragt wurde.

 

Ab ins 4x4 Jeep Abenteuer

An der Grenze wird dann das Fahrzeug gewechselt. Hier stehen die Fahrer schon bereit und während das Gepäck verladen wird, gibt es ein leckeres Frühstück.

Und dann ging das Abenteuer endlich los. Nichts als Sand, Berge, blauer Himmel und wunderschöne Lagunen erwarteten uns am ersten Tag. Diese Landschaft ist einfach atemberaubend und unfassbar schön. Die bunten Farben des Altiplanos sind einfach faszinierend. Nie hätte ich gedacht, dass so eine karge Region so lebhaft bunt sein kann. 

 

Die ersten Lagunen sind in Sicht!

Nach Bezahlen der Nationalparkgebühr von 150 BOB geht es dann auch schon zur ersten Lagune - die Laguna Blanca, neben der Laguna Colorado, die schönste Lagune. Im Hintergrund ragen schneebedeckte Berggipfel auf, die sich im milchig weißen Wasser spiegeln. 

 

Die Laguna Verde ist nur so schön Türkis, wenn es windig ist, denn der Wind wirbelt die Mineralien auf, die für die Türkis bis grünliche Färbung sorgen. 

 

Wellness in der Wüste

Als nächstes ging es zu den Thermalquellen „Termas de Polques“, ein kleines Becken mit heißem Thermalwasser mit wunderschönem Blick auf die Lagune und den dahinter liegenden Bergen. Der Eintritt kostet 6 BOB. Bei den Massen an Touris, die in dem kleinen Becken plantschten, ist mir aber die Lust auf Wellness in der Wüste vergangen. 

 

Geysir "Sol de Mañana" und die Wüste Salvador Dalí

Obwohl es schon nach 12:00 Uhr war und mir der Magen knurrte, mussten wir uns noch etwas gedulden. Jetzt waren die mitgebrachten Snacks Gold wert. Unser nächstes Ziel: der Geysir „Sol de Mañana“. Eine riesige Fläche mit geothermischer Aktivität. Es blubbert, Rauch wabbert über den Boden- ein fantastischer Anblick. 

Weiter ging es zur Salvador Dalí Wüste, dies ist eine Steinwüste in der dutzende Felsen verstreut aufragen, die etwas surreal aussehen und daher den Namen Salvador Dalís tragen.

 

Ich sehe Rot... an der Laguna Colorada

In der Nähe der Laguna Colorada lag unsere erste Unterkunft, die sehr einfach ist. Es gibt Gemeinschaftszimmer für jede Gruppe. Duschen Fehlanzeige. Aber es gibt eh nur kaltes Wasser, also würde Duschen sowieso ausfallen. 

 

Nach dem Mittagessen, um 15:00 !!!!!, ging es zur Laguna Colorada. Das Wasser der Lagune ist Rot und es staksen Hunderte von Flamingos durch die Lagune. Der Anblick ist faszinierend. Leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter, es regnete und war grau, so dass das Rot nicht so schön leuchtete.

 

Bei Rückkehr in die Unterkunft standen auch schon Tee, Kaffee und Kekse bereit für einen entspannten Nachmittag zum quatschen, lesen oder Kraft schöpfen wegen Höhenkrankheit. 

Pünktlich zur Kaffee-Zeit besuchte uns das neugierige Alpaca-Baby, was ganz scharf auf unsere Kekse war.

 

Zum Abendessen gab es eine Vorsuppe und leckere Spaghetti mit Tomatensoße. Das Essen auf der Tour war eigentlich ganz gut. Nur nichts für Vegetarier, die sich mit Reis oder Nudeln, Omelett und etwas Gemüse zufrieden geben mussten.

TAG 2: WÜSTENLANDSCHAFT UND NOCH MEHR LAGUNEN

Laguna Colorado bei gutem Wetter

Um 07:00 Uhr ging es auch schon wieder los, zur anderen Seite der Laguna Colorada. Die Sonne schien, der Himmel war azurblau und vor uns breitete sich ein grandioser Anblick aus: Im morgendlichen Nebel staksten die Flamingos durch die flache Lagune. Das stellenweise rote Wasser leuchtete und im Hintergrund spiegelten sich die Bergen im Wasser. Einfach nur schön! 

 

Zum verwechseln ähnlich: Laguna Honda & Hedionda

Auch an den nächsten Lagunen, der Laguna Honda und Laguna Hedionda, erwarteten uns schon die Flamingos. Leider sind sie sehr scheu und hauen sofort ab, wenn man sich dem Ufer nähert. Daher habe ich kein cooles Flamingo-Bild. ☹️

 

Wie oft kann ein Reifen platzen?

Die Fahrt ging abenteuerlich weiter. Die folgende Piste bestand nur aus Sand. Es ist schon witzig, dass es hier überhaupt keine Straßen gibt, aber umso schöner ist dadurch die Landschaft. Ich habe stundenlang einfach nur aus dem Fenster geschaut und es wurde nie langweilig, auch nicht an der fünften Lagune. 

 

Und dann passierte es - unser erster Platten. Sandro, Fahrer, Reiseleiter und Mechaniker, was ein Glück, fixte das Problem aber mühelos und im Handumdrehen waren wir wieder auf Spur. 

 

Nächste Pinkelpause war am Árbol de Piedra, ein Baum aus Stein. Es gibt leider kein Foto hiervon, weil ich den „Baum“ ziemlich langweilig fand und ständig irgendwelche Touris Springfotos gemacht haben. Leider war deren Fahrer/Reiseleiter/Mechaniker kein guter Fotograf! Sie sprangen und sprangen... 😆

 

Auf dem Weg zur Salar de Uyuni wird die Gegend plötzlich belebter. Kleine Siedlungen tauchen auf und auf einmal gibt es sogar wieder Straßen. Wie Schade eigentlich! 

Links und rechts von der Straße grasen Alpacas, die auch gern mal für ein Foto posieren. 

 

Kurz bevor wir das kleine Dorf erreichten, wo das Mittagessen eingenommen wurde, dann der nächste kaputte Reifen. Dieses Mal war er wirklich hin, da nützt auch das beste Reparaturkit nix. Aber was nun? Das war bereits unser Ersatzreifen. Sandro hat sich eben mal einen Reifen beim vorbeikommenden Jeep geliehen. Das hieß, er musste während wir uns gestärkt haben, den ersten geplatzten Reifen flicken, um weiterfahren zu können. Dann eben auch ohne Ersatzreifen. Wir alle hatten ein etwas mulmiges Gefühl. Aber Sandro hat einen gut Job gemacht, so hielt der Reifen sogar bis nach Uyuni.

 

Am späten Nachmittag kamen wir dann in unserem Salzhotel an. Aufgrund der ganzen Pannen konnten wir nicht zum Sonnenuntergang auf die Salar de Uyuni fahren. Eine Schande, denn der Sonnenuntergang war mega… 

 

Quizfrage: Wer findet das Herz im letzten Bild? 

TAG 3: NICHTS ALS SALZ

Die weiße Wüste - Salar de Uyuni

Den Sonnenaufgang über der Salar de Uyuni wollten wir natürlich nicht auch noch verpassen, also waren wir pünktlich um 06:00 Uhr Startklar. Am Horizont konnten wir schon einen dünnen hellen Streifen ausmachen, der langsam in ein schönes Orange über ging. Endlich waren wir auch Mitten auf der Salzfläche und konnten die Schönheit der weiten Salzfläche bestaunen. Es hatte vor kurzem stark geregnet, so dass das Wasser ca. 2 cm hoch stand. So hatten wir sogar 2 Sonnenaufgänge.

Die nächsten paar Stunden sausten wir über die weiße Wüste, links und recht absolut nichts. Nur klein zeichneten sich die Berge in der Weite ab. 

 

Zwischendurch hielten wir, um auch ein paar witzige Fotos zu machen. Wir waren leider nicht so kreativ und bei diesen Fotos war es auch unpraktisch, dass fast die komplette Salar de Uyuni unter Wasser stand. 

 

Endsprung nach Uyuni

Noch ein kurzer Stopp am Salzmuseum, mit den vielen Flaggen, noch ein Foto vor der Dakar Statue und dann war unser 4x4 Abenteuer auch schon fast vorbei. 

 

Auf dem kleinen Künstlermarkt im folgenden Dorf werden viele Souvenirs angeboten, die aber teurer sein sollen, als in La Paz. Was aber cool ist, dass hier kleine Gozilla Figuren verkauft werden, mit denen man auch witzige Fotos machen kann. Praktisch für alle, die die Tour ab Uyuni starten.

 

Was man sich eigentlich sparen könnte, ist der Lokomotivfriedhof. Ein Haufen Touris, die wie wild geworden auf den alten, verrostenden Wagons und Lok´s rumturnen, ist für mich nun kein Highlight.

 

Fazit: 4x4 Jeep Tour durch das Altiplano im Süden Boliviens - eines meiner Highlights!

Hast Du noch weitere Tipps zum Altiplano in Bolivien? Lass es uns wissen und hinterlasse einen Kommentar. Wir freuen uns darauf! Ach und hast du das Herz in dem einen Bild gefunden?