Peru's unberührter Norden

Nordperu vs. Südperu - was ist besser?

Sowohl Nord- als auch Südperu haben kulturell und archäologisch viel zu bieten. Die bekannten Highlights wie Machu Picchu, die Nazca Linien und der Cola Canyon liegen alle im Süden. Im Norden findest Du die etwas weniger bekannten Ausgrabungsstätten, und davon hat der Norden eigentlich viel mehr zu bieten, wie die Festung Kuelap, der Sonnen- und Mondtempel sowie das Grab von Señor Sipan und vieles mehr. Wenn Du also alte Steine sehen möchtest dann bist Du hier genau richtig. Aber was ist denn nun schöner, der Norden oder der Süden?

 

VIDEO: WELTREISE VLOG #25: Peru's unberührter norden

die highlights in nordperu

Es gibt zahlreiche noch relativ junge Ausgrabungsstätten, daher haben wir uns auf die bedeutendsten und imposantesten beschränkt. Denn irgendwann, wenn man sich zu viele archäologische Stätten anschaut, sind es nur noch alte Steine. Auf jeden Fall ging es uns so, nach dem wir von Machu Picchu so beeindruckt waren.

Festung Kuelap und die Wolkenmenschen

Kuelap befindet sich in der Nähe von Chachapoyas und gilt als das zweite Machu Picchu. STOP!!!! Zweites Machu Picchu???? 

Also im Ernst, mit solchen Erwartungen kannst Du nur enttäuscht werden. Ja, Kuelap ist größer, höher gelegen, älter und nicht vom Massentourismus befallen, aber trotzdem hat es mich nicht so vom Hocker gehauen wie Machu. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich ein Kulturbanause bin 😀.

 

Kuelap liegt hoch oben auf einem Berg auf 3000 Meter Höhe umgeben von Nebelwäldern. Die Aussicht über die grüne, von Wolken umhangene Landschaft ist wunderschön und von jeder Ecke hast Du einen Blick ins Tal.

 

Hier lebte die Hochkultur der Chachapoyas, die die Festung von 800 bis 1300 n. Chr. erbaut hat. Damit ist Kuelap älter als Machu Picchu, was sehr beeindruckend ist. Kuelap ist bis heute noch recht unerforscht und gibt den Forschern noch viele Rätsel auf. Die Festung ist durch sehr schmale Aufgänge betretbar. Hier finden sich im Gestein gut erhaltene Lama Fußspuren  - über 700 Hundert Jahre alt!!!!!! 😲 Die Häuser weisen alle eine runde Form auf, von denen einige Grundmauern gut erhalten sind. Die Festung ist von Bäumen des Nebelwaldes überwuchert, was dem Ganzen einen sehr mystischen Touch verleiht. Es gibt eine Grabstätte in der, durch ein Loch in der Mauer Knochen zu sehen sind. Momentan ist diese Grabstätte für Besucher noch nicht betretbar, aber dies soll archäologisch aufgearbeitet werden und bald offen für Besucher sein.

 

Hinkommen:

Am besten ist Kuelap mit einer organisierten Tour zu erreichen, die in Chachapoyas buchbar ist. Es geht 2 Stunden durch grüne, wild bewachsene Landschaften bis zur Seilbahn, die seit Januar 2017 die Anreise um ein paar Stunden verkürzt. Anschließend sind es nur noch 2 km zu Fuß zum Eingang. 

Es gibt auch einen öffentlichen Bus in das Dorf, wo sich die Seilbahn befindet, jedoch gibt es am Nachmittag keine Möglichkeit mehr zurück nach Chachapoyas zu fahren.

 

Kosten:

Transfer nach Kuelap: S. 30 pro Person

Eintritt Kuelap: S. 20 pro Person

Seilbahn hoch zur Festung: S. 20 pro Person Hin- und Zurück

Cajamarca - wo der letzte inka könig starb

Cajamarca ist eher ein verschlafenes Örtchen. Es gibt einen Plaza de Armas, Markt-Straßen, ein paar Kirchen und das war es auch schon.

„Die“ Sehenswürdigkeit stellt die Kammer „Cuarto del Rescate“ dar, in der der letzte Inka König festgehalten wurde und zu seiner Befreiung Gold und Silber heran schaffen ließ, um damit die Kammer zu füllen und ihn zu befreien. Diese freistehende Kammer befindet sich hinter einer Häuserreihe, in einer Art Hinterhof und ist eigentlich relativ unspektakulär. Der Besuch dauert quasi nur 5 Minuten, denn mehr als den Raum mit der Markierung, wohin das Gold angehäuft werden sollte, gibt es nicht.

Eintritt: S. 5 pro Person

 

Auf einem Tagesausflug können die Bäder der Inkas (Baños del Inca) besucht werden. Hier handelt es sich um eine Art Badeanstalt mit einzelnen Becken, in denen das heiße Wasser geleitet wird. Denn die eigentlichen Quellen sind zu heiß, um darin zu baden. Der „Badespaß“ dauert 30 Minuten und hat meiner Meinung nichts mit einem Thermalbad zu tun.

Wir haben dann noch das Schwimmbad benutzt, aber auch hier hat jeder Gast max. eine Stunde zu Verfügung, denn die nächsten Besucher warten schon vor dem Tor. <<<< Absolut nicht zu empfehlen. >>>>

 

Es gibt noch weitere Ruinen in der Umgebung von Cajamarca zu besichtigen, aber diese sind nur mit Taxi erreichbar.

 

Übernachten:

Wir waren im Hotel Gladiolos (US 15 pro DZ), nicht besonders schön, aber die Lage war interessant. Direkt vor dem Hotel sitzen Frauen auf dem Bürgersteig, die ihre Waren anbieten, überall sind Händler mit ihren Karren und direkt um die Ecke ist ein riesiger einheimischer Markt.

küstenflair in trujillo

In Trujillo befindet sich der berühmte Sonne- und Mondtempel, aber auch die Stadt an sich ist ein Spaziergang wert. Die schöne Architektur, die ein Hauch von arabischen Einflüssen aufweist, besticht durch die farbigen Fassaden. 

Der Marktplatz wird vor allem zum Abend sehr lebendig. Straßenhändler und Einheimische flanieren rund um den Springbrunnen und das Gelb der Catedrale de Trujillo kommt zum Sonnenuntergang besonders schön zum leuchten.

 

Der Sonne- und Mondtempel liegen etwas außerhalb der Stadt. Erst vor wenigen Jahren wurde der Mondtempel ausgegraben, der unter dem ganzen Sand versteckt lag. Es gibt außerdem ein sehr interessantes Museum, in dem viele Stücke ausgestellt sind und die Geschichte der Moche Kultur erzählt. 

 

Für den Besuch des Mondtempels steht ein kostenloser Führer (leider nur auf Spanisch)  zur Verfügung, der Interessantes zur Geschichte erzählt und Infos zu Ausgrabungsarbeiten gibt. Der Besuch des Mondtempels ist wirklich beeindruckend.

Der Sonnentempel ist leider nicht begehbar, da hier noch keine Ausgrabungsarbeiten vorgenommen wurden. Zwischen beiden Tempeln ist eine große freie Fläche, auf der früher die Siedlungen gestanden haben müssen. Hier wurden bereits einige Ausgrabungen vorgenommen. Die Fundstücke sind im Museum zu besichtigen.

 

Hinkommen: 

Mit dem öffentlichen Bus in Richtung Campañia kommst Du ganz einfach zu den Huacas. Die Busse fahren über den Kreisverkehr Plaza de Miguel. Einfach dort hinstellen (siehe Google Maps) und warten bis ein Minivan vorbei kommt. In der Regel schreien sie „Huaca“ und dann bis zur Endstation fahren, die direkt vor dem Museum ist.

Die Minivans kommen auch am Mondtempel vorbei, so dass Du so zurück ins Zentrum kommst.

 

Kosten:

Museum: S. 5 pro Person

Mondtempel: S. 10 pro Person

Bus S. 1,50 one way pro Person

Señor de Sipán in Chiclayo

Hier haben wir uns das bekannte Museum des Señor de Sipán angesehen. Das Museum ist bereits von außen sehr interessant, kein üblicher Museumsbau. Das Museum steht übrigens auf der eigentlichen Ausgrabungsstätte, dem Grab von Señor Sipán. Dieser Herr war einer der mächtigsten Herrscher der alten Moche Kultur, die im Norden Perus von 100 bis 800 n. Chr. herrschte. 

Schicht für Schicht wird hier dokumentiert, wie das Grab des einflussreichen Herrschers ausgesehen hat. Aufgrund seiner Wichtigkeit wurde er mit seinen Frauen, Hunden und Wächtern begraben. Ein riesiges Grab, in denen Fundstücke wie Schmuck und Kleidung noch sehr gut erhalten sind. Zum Glück ist dies eines der wenigen Gräber, das von Grabräubern unentdeckt blieb.  

Das Museum ist interessant, aber da es nur um dieses eine Grab geht, würde ich es nicht als MUST DO bezeichnen.

 

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 09:00 - 17:00

Eintritt: S. 10 pro Person

 

Hinkommen:

Mit einem Collectivo. Das Terminal befindet sich an der Ecke Av José Leonardo Ortiz und San Jose gegenüber dem Unternehmen Transportes Chiclayo. 

Kosten: S. 1,50 pro Weg pro Person

Strand in Pimentel

Der Strand ist eine willkommene Abwechslung zu den staubigen Straßen hier an der Küste. Er ist nicht besonders schön, aber interessant wird es am Nachmittag ab 14 Uhr, wenn die Fischer in ihren traditionellen Schilfbooten zurück kehren und ihren Fang direkt vom Boot frisch zum Verkauf anbieten. 

Es gibt ein paar Restaurants an der Strandpromenade und es werden Strandliegen zur Miete angeboten. Ansonsten ist hier nicht wirklich viel los.

 

Hinkommen:

Mit einem Collectivo. Das Terminal befindet sich an der Ecke Av José Leonardo Ortiz und San Jose gegenüber dem Unternehmen Transportes Chiclayo. 

Kosten: S. 1,50 pro Weg pro Person

Strand in Mancora

Es soll der schönste Strand Peru’s sein. Beim Anblick des Strandes dachte ich aber leider nur „Die armen Peruaner“, denn von schön kann hier nicht wirklich die Rede sein. Trotzdem ist die Atmosphäre ganz nett und für ein paar Tage Entspannung reicht es allemal. Die Sonnenuntergänge sind aber wirklich traumhaft.

 

Hotel Tipp:

La Quebrada: Nicht ganz billig (also für Backpacker Verhältnisse) mit USD 30 pro Nacht, inkl. Frühstück, aber super zum relaxen. Die Zimmer sind schön eingerichtet, die Gartenanlage lädt zum Chillen ein und das Frühstück ist wirklich gut.

Das Hotel liegt am Ortseingang und vom Hotel siehst Du das Meer schon, jedoch liegt die Unterkunft nicht direkt am Wasser. In nur 1 Minute bist Du am Strand. 

Essen:

Günstige Menü del Dias (S. 8) gibt es in der Shopping Promenade an der Hauptstraße. Frischen Fisch für S. 10 in diversen Straßenlokalen an der Strandpromenade.

Fazit

Alle sagen immer der Norden ist so authentisch, unberührt und viel günstiger als der Süden. Authentisch ja, was die Ursprünglichkeit angeht. Du siehst mehr Einheimische mit traditioneller Kleidung, die verschiedene Hutkultur pro Region ist sehr interessant. Frauen sitzen einfach links und rechts auf dem Bürgersteig und verkaufen ihre Kräuter. Es gibt viel mehr archäologische Stätten, die noch gar nicht so lange begehbar sind. Aber unberührt würde ich das Ganz nicht mehr bezeichnen. Auch hier gibt es mittlerweile eine sehr erschlossene touristische Infrastruktur, was gut ist, denn so kommst Du einfach von A nach B.

Wenn ich mich entscheiden müsste, welche Region mir besser gefiel, würde ich klar den Süden wählen. Den Amazonas ausgenommen! Landschaftlich finde ich den Süden spannender und Machu Picchu liegt nun einmal im Süden, was ganz klar das Highlight in Peru ist. Ach ja, und günstiger war es auch nicht. Wo haben die Leute das nur immer her?

Hast Du noch weitere Tipps zum Norden Perus? Lass es uns wissen und hinterlasse einen Kommentar. Wir freuen uns darauf!